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| Von Ihrem Verhalten hängt ein Menschenleben ab. Sie sind die vierbeinigen Helfer der Benachteiligten. Wie lernt ein Hund all die Dinge, die er können muss, um einen blinden Menschen sicher durch die Stadt zu führen? Führhundetrainerin und Tierärztin Nadja Steffen bildet seit 10 Jahren Blindenführhunde aus. Seit drei Jahren tut sie dies mit Hilfe des CLICKER-TRAININGS. "Ich habe viele Jahre nach der Methode Lob und Strafe gearbeitet. Ein Hund, der mit Clicker ausgebildet wurde, geht freier, entspannter und arbeitet deshalb zuverlässiger." Nadja Steffen erläutert dies anhand eines Beispiels: Ein Blindenführhund soll Hindernisse, etwa einen Kantstein oder eine Ampel, durch Stehenbleiben anzeigen. Für ihn selbst interessante Dinge soll er ignorieren. Nach der traditionellen Methode wird dem Hund das Schnuppern im Gebüsch durch Strafe ("Pfui", Leinenruck) unangenehm gemacht. Der Hund wird diesen negativen Reiz umgehen, indem er an der interessanten Stelle vorbeigeht. "Er würde schon gerne dort stehen bleiben, tut es aber aus Furcht vor Strafe nicht." Ganz anders stellt sich der Lerneffekt durch positive Bestärkung ein: "Der Hund wird in diesem Fall dafür belohnt, dass er etwas nicht tut." Möchte er das Gebüsch erkunden, hält die Ausbilderin das Geschirr kurz. "sonst würde sich der Hund durch Schnuppern nämlich selbst belohnen." Geht er weiter, Click und Belohnung. Die interessante Stelle wird anschliessen noch mehrmals angesteuert, bis er ohne Zögern vorbeigeht. "Der Hund möchte an der Stelle vorbeigehen (und die Belohnung kassieren), während der "bestrafte" Hund eigentlich nicht vorbeigehen möchte. Voraussetzung: Ruhiges Wesen Die vierzehn Monate alte Labradorhündin Orca steht noch am Anfang der Ausbildung. Sie hat ihr erstes Jahr bei der Züchterfamilie verbracht und zeichnet sich wie alle potenziellen Führhunde durch Gelassenheit, Freundlichkeit und Arbeitswillen aus. Menschenmassen bringen sie nicht aus der Ruhe, sie ist zu jedermann freundlich und zeigt keine Aggressionen. Das erste Kommando "Anziehen", das heisst den Kopf durch das Geschirr stecken, hat Orca schnell gelernt und befolgt es mit Begeisterung. Verständlich, denn das Geschirr bedeutet Arbeit und Arbeit bedeutet die Chance auf Belohnung - für die verfressene Orca am liebsten in Form von Leckerchen. Das Geradeausgehen klappt auch schon ganz prima. "Anfangs wird jedes Drehen des Kopfs noch vorne belohnt. Guckt der Hund zuverlässig geradeaus, reicht das allein nicht mehr. Er möchte aber weiterkommen, also bietet er etwas an. "Ein Schritt nach vorne: Click und Leckerchen. Stehen bleiben, Blick auf die Futterhand: Nichts passiert. Zieht er wieder vorwärts: Bingo! Hat er verstanden, worum es geht, wird das Vorwärtsgehen mit dem Kommando "Voran!" verbunden. Auch die Gesundheit muss top sein Nadja
Steffen hat normalerweise jeweils einen Hund in Ausbildung, die je nach Lerntempo
des Hundes rund ein Dreivierteljahr dauert. Labrador Viktor, den sie als vielversprechenden
Welpen gekauft hatte, hat Probleme mit den Sprunggelenken, ist als Führhund,
der körperlich absolut fit sein muss, nicht geeignet. Und so lebt er nun
bei Nadja Steffen als ihr eigener Hund. Viktor ist schon länger dabei und
kann bereits Ampeln, Bänke, Treppen und Türen suchen und anzeigen, indem
er davor stehen bleibt und den Gegenstand mit dem Kopf berührt. Der Blinde
kann so über den Hundekopf ertasten, was er vor sich hat. "Tür"
kann Eingang, Ausgang, Fahrstuhl oder Bus bedeuten. Artikel geschrieben von Tatjana Hahn | ||||||||||
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