Teil 2) Worauf sollte ich beim Welpen-/ Hundekauf achten!
Teil 1) Überlegungen vor dem Kauf eines Hundes!
Teil 3) Die ersten Tage zu Hause!

Wenn Sie alle Fragen von Teil 1 durchgespielt haben, diese kritisch und ehrlich beantwortet haben und sich danach immer noch sicher sind, einen Vierbeiner bei sich auf zu nehmen, sollten Sie sich auf den Weg machen, den passenden Züchter zu finden.
- Wenn Sie nun einen Welpen oder einen ausgewachsenen Hund suchen, bekommen Sie bei einem Tierarzt in Ihrer Region ev. geeignete Adressen, auf einem Hundesportplatz kann man Ihnen meist weiterhelfen, verschiedene Hundezeitschriften haben Züchterinserate. Die "Stiftung für das Wohl des Hundes" kontrolliert und zeichnet besonders gute Hundezuchten mit dem Qualitätssiegel "Certo-Dog" aus. Sie hilft Ihnen gerne bei der Suche nach einem gesunden und verhaltenssicheren Hund. Die "Schweizerische Kynologische Gesellschaft" kann Ihnen Adressen von den verschiedenen Rasseclubs geben oder Sie besuchen ein Tierheim. ( Adressen finden Sie am Ende).
- Gehen Sie zu verschieden Züchter / Tierheimen. Sie werden bald sehen, dass es gewaltige Unterschiede in der Aufzucht und Haltung der Welpen / Hunde gibt. Es spielt dabei keine Rolle, ob dieser Züchter Mischlinge oder reinrassige Hunde züchtet. Beide können eine verantwortungsvolle Aufzucht bieten.
- Ein guter Züchter / Tierheimleiter gibt Ihnen gerne auf all Ihre Fragen Antwort, er wird Ihnen aber sicher auch einige stellen. Er freut sich, wenn Sie Ihren zukünftigen Freund öfters besuchen kommen und sich auch mit
dem Welpen / Hund beschäftigen.

Hier einige Tipps vorauf Sie bei der Aufzucht von Welpen achten sollten:
Das Meiste kann auch auf Tierheime abgeleitet werden.

- Die Welpen müssen an einem hellen, sauberen, warmen, zugfreien, geräumigen Ort in unmittelbarer Nähe (Höhr- und Sichtweite) des Züchters aufwachsen.
- Betrachten Sie nicht nur die Welpen, sondern auch alle erwachsenen Hunde, sie sollen einen gesunden und gut gepflegten Eindruck machen.
- Achten Sie darauf ob die Hunde Zugang zu sauberem Wasser haben.
- Die Welpen sollen eine ausgewogene, artgerechte Welpenernährung bekommen. (! Bitte, bei Fertigwelpenfutter darf auf keinen Fall noch Kalzium zugefüttert werden! Dies führt zu irreparablen Gelenksdeformationen! Fragen Sie Ihren Tierarzt).
- Der Welpenauslauf im Freien wie auch Drinnen sollte grosszügig und mit viel Abwechslung gestaltet sein. Verschiedene Bodenstrukturen, kleine ungefährliche Hindernisse, viele verschiedene Spielsachen usw. dürfen nicht fehlen. Der Auslauf sollte einem Robinsonspielplatz gleichen, mit möglichst abwechslungsreichen optischen wie akustischen Reizen.
- Im Auslauf sollten die Welpen sich an einen schattigen Platz zurückziehen können, ebenfalls muss eine Gelegenheit vorhanden sein, wo sich die Hunde ins Trockene begeben können (grosszügige Hundehütte, Unterstand, optimal wäre ein direkter Zugang ins "Welpenzimmer" mit Wurflager usw).
- täglich benötigen die Welpen Kontakt zu den verschiedensten Menschen, insbesondere Kinder und wenn möglich zu anderen Tieren.
- Sicher ist es sehr romantisch, wenn der Welpe auf einem ruhigen, abgelegenen Bauernhof, wenn möglich noch im Stall aufwächst. Stellen Sie sich aber vor, genau dieser Welpe kommt nun zu Ihnen in die Stadt. Für den kleinen Vierbeiner ein absoluter Schock. Er ist mit all diesen neuen, unbekannten Geräuschen und Objekten nicht vertraut und absolut überfordert, er reagiert verständlicherweise verängstigt. Suchen Sie sich besser einen Züchter aus, der seine kleinen Hunde bereits auf unsere sehr laute, hektische und anspruchsvolle Umwelt, wie oben beschrieben, vorbereitet! Dies kann übrigens auch problemlos auf einem Bauernhof gemacht werden.
- Die Welpen sollen nicht an einem sterilen, nur gefliesten Ort aufwachsen. Ein improvisierter, sauberer Welpenauslauf ist meist mehr. Man darf ruhig sehen, dass die Welpen den "englischen" Rasen betreten und begraben dürfen!
- Der verantwortungsbewusste Züchter gewöhnt seine Welpen bereits an ein Halsband ev. auch schon an die Leine. Er macht mit ihnen kleine Erkundungsausflüge mit dem Auto in die Natur. Er gewöhnt sie an Haushaltsgeräusche und vieles mehr.
- Sind Sie etwas vorsichtig mit "Reinrassigen" Hunden ohne Papiere. Hier könnte es sein, dass eines der Elterntiere einen für Sie versteckten Mängel (Wesen oder Gesundheit) aufweist und daher nicht zur Zucht zugelassen wurde. Diese Mängel können an die Nachkommen weitervererbt werden. Normalerweise müssen die Elterntiere von Hunden mit Stammbaum der SKG/FCI eine Ankörung bestehen. Dabei wird meist das Wesen getestet und es müssen Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen vorgewiesen werden. Also, VORSICHT. Fragen Sie den Züchter konkret danach und lassen Sie sich nicht mit Ausreden abspeisen.
- Der Welpe sollte bis ca. Ende 10. Woche bei seinen Geschwistern und seiner Mutter im Wurfverband bleiben. Von ca. der 4. Woche bis ca. 16. Lebenswoche durchwandert der Welpe eine sehr prägende Zeit, wahrscheinlich die wichtigste Zeit seines Lebens. In diesem frühen Lebensabschnitt werden die grundsätzlichen Verhaltensmuster gebildet. Darin lernt er die "Umgangsform" und Sprache unter Hunden. Er Sozialisiert sich mit Mensch und anderen Tieren, er lernt seine Umwelt kennen und was er in dieser Zeit erlebt, das prägt ihn für immer. Er sollte so viele neue, positive Eindrücke wie möglich in dieser kurzen Zeitspanne erleben, damit er gut gewappnet sein zukünftiges Hundeleben meistern kann. Es ist daher unerlässlich, dass der Welpe während dieser Zeit in einer aktiven und interessanten Umgebung gehalten wird. Schönes und Positives aber leider auch schlechte, negative Erfahrungen werden in dieser Zeit meist unauslöschlich gespeichert.
- Wenn der Welpe also mit ca. 10 Wochen zu Ihnen wechselt, sollte er bereits mehrfach entwurmt (optimal alle 14 Tage ab der zweiten Lebenswoche) und einmal geimpft sein. Achten Sie darauf, dass die Impfung bei der Übergabe mindestens 6 Tage zurück liegt. Natürlich soll der Kleine am Abholtag einen gesunden und munteren Eindruck machen (kein Durchfall, Erbrechen oder Husten, er sollte saubere Ohren und Augen haben und flohfrei sein).
- Zu einer solch seriösen Welpenaufzucht, benötigt es viel Zeit und Geduld. Es ist diesem Züchter kaum möglich, mehrere Würfe von verschiedenen Hündinnen, gleichzeitig zu betreuen. Achten Sie also auch darauf, nicht dass Sie an eine fabrikmässige Hundezucht geraten.
- Eine so optimale und verantwortungsvolle Welpenaufzucht, für Rassehunde wie auch für Mischlinge, ist nicht ganz billig und schlägt sich sicher auch auf den Welpenpreis nieder, aber bedenken Sie, dieser Züchter hat sein Bestes gegeben, dass der Welpe gut sozialisiert und gesund zu Ihnen kommt. Leider kenne ich immer wieder Fälle von unüberlegten, Mitleids Welpenkäufe für teures Geld aus schlechten Aufzuchtbedingungen, vom Markt im Ausland oder sonst woher. Die "glücklichen" Welpenbesitzer müssen dann meist nach kurzer Zeit, mit Ihren oft schwerkranken Hunden, zum Tierarzt und sehr aufwendige Behandlungen in kauf nehmen. Mit diesen Mitleidskäufen unterstützen Sie leider diese "Hundehändler" und "Massenzüchter". Dieser wird weiterhin, für die Hunde zum Teil unter qualvollen Umständen, züchten. Dies kommt leider auch bei Hunden mit Stammbaum vor.

 
Also: Darum prüfe wer sich "ewig" binden will !!
 
 
Adressen:
 
 
Stiftung für das Wohl des Hundes
Geschäftsstelle
Gugelmattstr. 36
CH- 8967 Widen
Tel/Fax: 056/631 80 18
Homepage: http://www.certodog.ch
e-mail: zahner.certodog@swissonline.ch
 
Schweiz. Kynologische Gesellschaft SKG
Stammbuchverwaltung
Länggassstrasse 8 / Postfach 8276
CH-3001 Bern
Tel: 031/306 62 62 Fax: 031/306 62 60
Homepage: http://www. hundeweb.org
e-mail: skg@hundeweb.org

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