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Wenn Sie alle
Fragen von Teil 1
durchgespielt haben, diese kritisch und ehrlich beantwortet haben und
sich danach immer noch sicher sind, einen Vierbeiner bei sich auf zu
nehmen, sollten Sie sich auf den Weg machen, den passenden Züchter zu
finden.
- Wenn Sie nun einen Welpen oder einen ausgewachsenen Hund suchen,
bekommen Sie bei einem Tierarzt in Ihrer Region ev. geeignete Adressen,
auf einem Hundesportplatz kann man Ihnen meist weiterhelfen, verschiedene
Hundezeitschriften haben Züchterinserate. Die "Stiftung für das Wohl
des Hundes" kontrolliert und zeichnet besonders gute Hundezuchten
mit dem Qualitätssiegel "Certo-Dog" aus. Sie hilft Ihnen gerne
bei der Suche nach einem gesunden und verhaltenssicheren Hund. Die "Schweizerische
Kynologische Gesellschaft" kann Ihnen Adressen von den verschiedenen
Rasseclubs geben oder Sie besuchen ein Tierheim. ( Adressen finden Sie
am Ende).
- Gehen Sie zu verschieden Züchter / Tierheimen. Sie werden bald
sehen, dass es gewaltige Unterschiede in der Aufzucht und Haltung der
Welpen / Hunde gibt. Es spielt dabei keine Rolle, ob dieser Züchter
Mischlinge oder reinrassige Hunde züchtet. Beide können eine verantwortungsvolle
Aufzucht bieten.
- Ein guter Züchter / Tierheimleiter gibt Ihnen gerne auf all
Ihre Fragen Antwort, er wird Ihnen aber sicher auch einige stellen.
Er freut sich, wenn Sie Ihren zukünftigen Freund öfters besuchen kommen
und sich auch mit dem
Welpen / Hund beschäftigen.
Hier
einige Tipps vorauf Sie bei der Aufzucht von Welpen achten sollten:
Das Meiste kann auch auf Tierheime abgeleitet werden. -
Die Welpen müssen an einem hellen, sauberen, warmen, zugfreien, geräumigen Ort
in unmittelbarer Nähe (Höhr- und Sichtweite) des Züchters aufwachsen. -
Betrachten Sie nicht nur die Welpen, sondern auch alle erwachsenen Hunde, sie
sollen einen gesunden und gut gepflegten Eindruck machen. - Achten
Sie darauf ob die Hunde Zugang zu sauberem Wasser haben. - Die Welpen
sollen eine ausgewogene, artgerechte Welpenernährung bekommen.
(! Bitte, bei Fertigwelpenfutter darf auf keinen Fall noch Kalzium zugefüttert
werden! Dies führt zu irreparablen Gelenksdeformationen! Fragen Sie Ihren Tierarzt).
- Der Welpenauslauf im Freien wie auch Drinnen sollte grosszügig und mit
viel Abwechslung gestaltet sein. Verschiedene Bodenstrukturen, kleine ungefährliche
Hindernisse, viele verschiedene Spielsachen usw. dürfen nicht fehlen. Der Auslauf
sollte einem Robinsonspielplatz gleichen, mit möglichst abwechslungsreichen optischen
wie akustischen Reizen. - Im Auslauf sollten die Welpen sich an einen
schattigen Platz zurückziehen können, ebenfalls muss eine Gelegenheit vorhanden
sein, wo sich die Hunde ins Trockene begeben können (grosszügige Hundehütte, Unterstand,
optimal wäre ein direkter Zugang ins "Welpenzimmer" mit Wurflager usw). -
täglich benötigen die Welpen Kontakt zu den verschiedensten Menschen, insbesondere
Kinder und wenn möglich zu anderen Tieren. - Sicher ist es sehr romantisch,
wenn der Welpe auf einem ruhigen, abgelegenen Bauernhof, wenn möglich noch im
Stall aufwächst. Stellen Sie sich aber vor, genau dieser Welpe kommt nun zu Ihnen
in die Stadt. Für den kleinen Vierbeiner ein absoluter Schock. Er ist mit all
diesen neuen, unbekannten Geräuschen und Objekten nicht vertraut und absolut überfordert,
er reagiert verständlicherweise verängstigt. Suchen Sie sich besser einen Züchter
aus, der seine kleinen Hunde bereits auf unsere sehr laute, hektische und anspruchsvolle
Umwelt, wie oben beschrieben, vorbereitet! Dies kann übrigens auch problemlos
auf einem Bauernhof gemacht werden. - Die Welpen sollen nicht an einem
sterilen, nur gefliesten Ort aufwachsen. Ein improvisierter, sauberer Welpenauslauf
ist meist mehr. Man darf ruhig sehen, dass die Welpen den "englischen" Rasen betreten
und begraben dürfen! - Der verantwortungsbewusste Züchter gewöhnt
seine Welpen bereits an ein Halsband ev. auch schon an die Leine. Er macht mit
ihnen kleine Erkundungsausflüge mit dem Auto in die Natur. Er gewöhnt sie an Haushaltsgeräusche
und vieles mehr. - Sind Sie etwas vorsichtig mit "Reinrassigen" Hunden
ohne Papiere. Hier könnte es sein, dass eines der Elterntiere einen für
Sie versteckten Mängel (Wesen oder Gesundheit) aufweist und daher nicht zur Zucht
zugelassen wurde. Diese Mängel können an die Nachkommen weitervererbt werden.
Normalerweise müssen die Elterntiere von Hunden mit Stammbaum der SKG/FCI eine
Ankörung bestehen. Dabei wird meist das Wesen getestet und es müssen Gesundheitsvorsorgeuntersuchungen
vorgewiesen werden. Also, VORSICHT. Fragen Sie den Züchter konkret danach und
lassen Sie sich nicht mit Ausreden abspeisen. - Der Welpe sollte bis
ca. Ende 10. Woche bei seinen Geschwistern und seiner Mutter im Wurfverband bleiben.
Von ca. der 4. Woche bis ca. 16. Lebenswoche durchwandert der Welpe eine sehr
prägende Zeit, wahrscheinlich die wichtigste Zeit seines Lebens. In diesem frühen
Lebensabschnitt werden die grundsätzlichen Verhaltensmuster gebildet. Darin lernt
er die "Umgangsform" und Sprache unter Hunden. Er Sozialisiert sich mit Mensch
und anderen Tieren, er lernt seine Umwelt kennen und was er in dieser Zeit erlebt,
das prägt ihn für immer. Er sollte so viele neue, positive Eindrücke wie möglich
in dieser kurzen Zeitspanne erleben, damit er gut gewappnet sein zukünftiges Hundeleben
meistern kann. Es ist daher unerlässlich, dass der Welpe während dieser Zeit in
einer aktiven und interessanten Umgebung gehalten wird. Schönes und Positives
aber leider auch schlechte, negative Erfahrungen werden in dieser Zeit meist unauslöschlich
gespeichert. - Wenn der Welpe also mit ca. 10 Wochen zu Ihnen wechselt,
sollte er bereits mehrfach entwurmt (optimal alle 14 Tage ab der zweiten Lebenswoche)
und einmal geimpft sein. Achten Sie darauf, dass die Impfung bei der Übergabe
mindestens 6 Tage zurück liegt. Natürlich soll der Kleine am Abholtag einen gesunden
und munteren Eindruck machen (kein Durchfall, Erbrechen oder Husten, er sollte
saubere Ohren und Augen haben und flohfrei sein). - Zu einer solch
seriösen Welpenaufzucht, benötigt es viel Zeit und Geduld. Es ist diesem Züchter
kaum möglich, mehrere Würfe von verschiedenen Hündinnen, gleichzeitig zu betreuen.
Achten Sie also auch darauf, nicht dass Sie an eine fabrikmässige Hundezucht geraten.
- Eine so optimale und verantwortungsvolle Welpenaufzucht, für Rassehunde
wie auch für Mischlinge, ist nicht ganz billig und schlägt sich sicher auch auf
den Welpenpreis nieder, aber bedenken Sie, dieser Züchter hat sein Bestes gegeben,
dass der Welpe gut sozialisiert und gesund zu Ihnen kommt. Leider kenne ich immer
wieder Fälle von unüberlegten, Mitleids Welpenkäufe für teures Geld aus schlechten
Aufzuchtbedingungen, vom Markt im Ausland oder sonst woher. Die "glücklichen"
Welpenbesitzer müssen dann meist nach kurzer Zeit, mit Ihren oft schwerkranken
Hunden, zum Tierarzt und sehr aufwendige Behandlungen in kauf nehmen. Mit diesen
Mitleidskäufen unterstützen Sie leider diese "Hundehändler" und "Massenzüchter".
Dieser wird weiterhin, für die Hunde zum Teil unter qualvollen Umständen, züchten.
Dies kommt leider auch bei Hunden mit Stammbaum vor. |