Ob Hunde, Schildkröten, Ponys oder Kängurus: ein Geruchsartikel reicht dem Otterhound
Caja (6), um die Spur eines vermissten Tieres aufzunehmen. Die schnüffelfreudige
Hundedame hat schon einige verzweifelte Tierhalter mit ihren verschollenen Lieblingen
wieder vereint.
"Die
älteste Spur, die Caja positiv gefährtet hat, war fünf Tage alt. Sechs Hunde hat
Caja aufgespürt. Sie alle waren entweder neu platziert oder von ihrem Ferienplatz
entwichen", erzählt Gaby Schulthess (36) und Caja scheint interessiert zuzuhören.
Unvergesslich bleibt auch die Suche nach Fönsi (1), dem süssen Wallaby - Jungen,
das in Freienstein ZH auf und davon hoppelte (BLICK berichtete). Zwei Tage lang
verfolgte at das Otterhound Search Team aus Vordemwald / AG die Spur, dann musste
es aufgeben. Fönsi bleibt verschwunden.
Damit
Caja eine Fährte aufnehmen kann, muss sie intensiv an einem Geruchsartikel des
vermissten Tieres schnuppern können. Bei Fönsi wars dessen Schlafsack, bei Hunden
die Fellbürste oder ein Spielzeug und bei der Schildkröte eine Schachtel, in die
sie uriniert hatte. Schildkröten?
"Sicher, das ist kein Problem. Jedes Wesen
hat einen Individualgeruch, der einzig ist wie ein Fingerabdruck", erklärt
Gabi Schulthess. Dass jene Schildkröte zuvor in der Schachtel war, ist ein Glücksfall.
Denn sie lebt mit 26 Artgenossen in einem riesigen Aussengehege- so dass keinen
zuverlässiger Geruchsartikel zur Verfügung stand. Caja stöberte die Schildkröte
innert zwanzig Minuten".
Der
Otterhound verfügt über einen speziell ausgeprägten Geruchssinn. Er arbeitet ausschliesslich
mit der Nase, die Augen werden nicht eingesetzt. Sobald Caja das Suchgeschirr
dort übergestreift worden ist, wo das vermisste Tier zu letzt gesichtet wurde,
ist sie vor freudiger Erregung kaum mehr zu halten. Nachdem die helle Hündin an
dem Geruchsartikel geschnuppert hat, zieht sie los mit Gaby Schulthess im Schlepptau,
Der Hundeführerin (sie ist die einzige Otterhound-Züchterin in der Schweiz) wird
einiges an Kraft und Kondition, abverlangt, um der temperamentvollen Caja an der
Suchleine zu folgen. Ihre Such-Ausbildung nach Individualgeruch hat Caja bei der
NBAS (National Bllodhound Association of Switzerland) abgelegt, die auf Menschensuche
ausgerichtet ist. Dass daraus eine Tiersuche wurde, ergab sich zufällig. "Vor
knapp zwei Jahren rief mich eine Freundin aus Stuttgart an. Ihr Hund wurde angefahren
und ist danach geflüchtet. Sofort fuhren wir hin, Caja fand das verletzte Tier.
Seit einem halben Jahr ist die Hunderführerin auf Tiersuche spezialisiert.
Asira (18 Monate) ist
eine Tochter von Caja. Auch sie zeigt grosses Talent bei der Vermisstensuche:
"Ich bin froh, bald mit zwei Hunden arbeiten zu können, so kann der eine
immer wieder eine längere Pause einlegen."
Weitere
Informationen zu Suchaufträgen gibts unter Tel. 076/366 24 12 sowie im Internet
unter www.otterhound.ch