Caja's Suchaufträge
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Schildkröte Peppi
Oktober 2001

Am Freitagabend erhielten wir ein Telefon der Familie Feraro aus der Region "Solothurn". Ihr geliebter Peppi, eine ca. 5 Jahre alte Schildkröte, ist seit Donnerstag den 11.Oktober 2001 verschwunden. Da Caja bereits eine Schildkröte gefunden hatte, erklärte ich mich bereit, am Samstag über den Mittag einen Versuch zur Suche zu starten.
Mit dem ganzen Suchmaterial , Caja und ihrer Tochter Accita sind wir dann am nächsten Tag bei der Familie erschienen. Caja durfte sich einmal im ganzen Garten und rund um das Bauernhaus umsehen und alles auskundschaften. Es war ein "wilder" Garten mit sehr vielen Versteckmöglichkeiten. Nach kurzer Beratung, was wir als Geruchsartikel verwenden könnten, blieb nur das Holzhaus, in das sich Peppi normalerweise zur Nachtruhe zurückzog. Ausser viel Heu befand sich nichts in diesem Holzhüttli. Leider war das Häuschen die letzten Tage und Nächte offen, so dass es sich auch andere Tiere (Igel, Marder, Katze usw.) darin bequem machen konnten. Es bestand also ein grosses Risiko, dass wir etwas anderes als Peppi suchen würden. Da unsere Hunde dazu trainiert werden, immer dem letzten, frischesten Geruch des Geruchartikels zu folgen. So blieb mir nur die Hoffnung, dass keine fremden "Gäste" nach Peppis verschwinden in dessen Haus zu Besuch waren.


Peppi

Eingeschirrt, startete ich mit Caja beim Häuschen. Caja schnupperte interessiert daran und lief auch gleich los, dem Haus entlang Richtung Strasse, wendete aber wieder und kam zurück in den Garten. Hier kurvte sie etwas umher, bevor sie über eine niedere Absperrung, am Kompost vorbei, Peppis Auslauf verlies. Unsere Augen waren fest auf den Boden gerichtet, damit wir nicht auf Peppi treten würden. Hinter dem Bauernhof fand Caja einen Meerschweinchenauslauf den sie kurz begutachtete, danach lief sie auf eine grosse Wiese mit relativ hohem Gras. Hier steuerte sie geradewegs auf eine alte Holzhütte zu, kletterte rein und begann in einer Ecke zu bellen, sie war ganz aufgeregt, hüpft hoch und sprang mich an. Da ich nichts finden konnte, forderte ich Caja auf, weiter zu suchen. Sie verliess die Hütte, suchte die nähere Umgebung ab, kam zum Nachbarhaus, lief zurück, schnüffelte interessiert unter einer Tanne, wir fanden jedoch nur einige kleine Knochen. Caja suchte in alle Himmelsrichtungen um jeweils nach einer kurzen Strecke zu wenden und abermals zu dieser alten Hütte zu gelangen. Jedesmal war sie ganz aufgeregt, so dass wir beschlossen, den alten, morschen Boden der Hütte heraus zu nehmen. Caja wurde an einem Baum festgebunden und wir machten uns an die Arbeit. In der Zwischenzeit wollte mein Mann aus dem Auto eine Taschenlampe holen. Als er am Kompost, bei einem grossen Asthaufen vorbei lief, erblickte er Peppi auf ca. einem Meter Höhe, gut getarnt auf dem Asthaufen. Sofort führte ich Caja in die Nähe von Peppis Standort. Erneut gab ich ihr den Geruchsartikel mit dem Komando "SUCH". Caja lief los, am Asthaufen vorbei Richtung Hütte ohne auch nur im Geringsten auf Peppi zu reagieren. Ich hielt sie zurück führte sie näher an Peppi ran, selbst ich konnte nun Peppi riechen, doch Caja nahm überhaupt keine Notiz von ihm. Nicht einmal als ich Peppi in die Hand nahm und Caja unter die Nase hielt, sie wollte zurück zu dieser Hütte. Dies war absolut untypisch für Caja, normalerweise zeigt sie viel Freude und Aufregung wenn sie das Gesuchte gefunden hat. Mit Cajas Verhalten war nun die Vermutung beinahe bestätigt, dass wir einem falschen Geruch gefolgt waren. Sie konnte keine Verbindung mit dem, wahrscheinlich falschen, Geruchsartikel und Peppi machen, so dass sie, ganz richtig, den Peppi ignorierte. Was genau wir an diesem Mittag gesucht hatten, konnten wir leider aus Zeitmangel nicht mehr heraus finden. Es spielte auch keine Rolle mehr, hatten wir doch den Vermissten gefunden. Bei Familie Feraro und natürlich auch bei uns herrschte Freude, den kleinen Ausreisser Peppi gefunden zu haben.
Damit Caja aber auch an diesem Tag eine positive Bestätigung ihrer Arbeit bekam, legte eines der Kinder von der Familie eine kurze Fährte. Das kleine Mädchen lief aus dem Haus, überquerte eine Strasse und versteckte sich im Nachbarshof im Tenn. Ohne Schwierigkeiten fand Caja das Mädchen und zeigte es in gewohnter Manier mit viel Freude an
.
Danach blieb aber noch etwas Zeit, bevor ich in die Tierklinik zur Arbeit zurück musste, um mit einer Junghündin von uns, ein kleines Training zu machen.

Accita die Tochter von Caja erlernt die selbe Art von Suche. An diesem Samstag durfte sie das erste mal trainingshalber ein Tier (Peppi) suchen. Ich nahm von Peppi selbst einen Geruchsartikel und legte eine kleine Fährte mit Peppi. Kurze Zeit später führte ich Accita im Suchgeschirr zu Peppis Nachthäuschen. Daneben setzte ich Accita mit dem vobereiteten, neuen Geruchsartikel auf Peppi an. Accita wurde ganz aufgeregt über diesen unbekannten, interessanten Geruch. Ohne das "Hüttli" zu beachten, nahm Accita sofort die Fährte auf, durchquerte den Garten und lief direkt zu Peppi hin. Da Accita bis dahin immer nur Menschen gesucht hatte, war sie etwas irritiert und suchte das "Vermisste" in der Höhe, sie stand an der Gartenmauer hoch und suchte verzweifelt den Geruch zu lokaliesieren, sie begann zu bellen und setzte sich vor mich hin genau neben Peppi. Dies war nun der Moment sie zu loben und ihr zu zeigen, dass auch etwas kleines am Boden unter einer Pflanze versteckt sein kann. Für Accita war dies eine neue, lehrreiche Erfahrung, sie war ganz aus dem "häuschen" vor Freude und stupste Peppi mit ihrer Nase aufgeregt an.

Übrigens hatte danach auch Caja mit dem "neuen" Geruchsartikel von Peppi auf die Schildkröte mit Freude reagiert. So dass sich der Verdacht nochmals erhärtete, dass der 1. Geruchsartikel einen ungewollten, fremden Geruch auf sich trug.

Diese Erfahrung zeigt, wie überaus wichtig es ist, einen guten, korrekten Geruchsartikel zu haben!

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