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In den Niederlanden
jagd die weltweit einzige, noch rein gezüchtete Otterhound - Meute.
Sie ist registriert unter dem Namen KWEB - Meute. Seit 1991 wird
die KWEB - Meute, bestehend aus ca. 30 Hounds, von Wiljan Van den Broek
zur Jagd auf die Bisamratte trainiert. Jährlich werden 10 bis 12
Jagden mit jeweils ca. 10 Koppeln (20 Hunden in wechselnder Besetzung)
durchgeführt.
Die Hauptsaison der Jagd dauert von 15. März bis 15. Oktober. Sie
ist jedoch abhängig von der jeweiligen Wassertemperatur.

Foto A. van Wijck
Sind keine Aufträge von Wildhütern oder Landbesitzern zur Bisam
- Jagd vorhanden, werden die Hunde einmal wöchtenlich mit Schleppspuren
und Gehorsamsübungen trainiert. Mit ca. einem Jahr dürfen die
Junghunde das erste Mal zusammen mit der Meute zur Jagd. Bei guter Eignung
werden sie bis ca. zum 8. Lebensjahr eingesetzt.
Zur Kweb - Meute
gehört natürlich der "Master of Hound" (Wiljan V.d.
Broek) aber auch seine 12 Helfer (whipper in) welche
nicht nur bei der Jagd sondern auch beim regelmässigen Training sowie
der Pflege mithelfen. Für die jagdlichen Tätigkeiten braucht
es mindestens 5 dieser Helfer. Sie alle tragen zur Jagd traditionelle,
original englische Jagdbekleidung dazu gehören noch die Geisel und
ein langer, spezieller Stock, früher war dies die "Ottergabel".

Trotz des Jagdverbotes,
(Maul und Klauenseuche) im Jahr 2001, wurden während der Restsaison
5 Bisamratten durch die Kweb - Meute erlegt.
Am 22. September
2001 durfte ich an einer Jagd mit der Kweb-Meute teilnehmen. Dies war
nicht meine erste Otterhound-Meute Jagd, jedoch ist es immer wieder sehr
spannend und aufregend.
Man versammelte sich und während man auf den Jagdaufseher wartete
wurde gemütlich ein wärmender "Schnaps" getrunken.
(Um ihn in die Schuhe zu giessen, wie das ein berühmter Master of
Hound in England empfohlen hatte, war er aber zu schade). Gemeinsam mit
dem Jagdaufseher fuhren wir danach in das Gebiet von "Heerlijkheid
Marienwaerdt". Hier zeigte uns der Wildhüter wo er mit den Bisamratten
Probleme hat.

W. V.d. Broek hatte an die 20 Hounds und 5 whipper ins dabei. Die Wagentür
wurde geöffnet und sofort stürzten die Hunde heraus. Mit einem
kurzen "Hornstoss" aus dem Jagdhorn versammelte der Master of
Hounds (W. V.d. Broek) seine Hunde um sich. Die Meute wurde zum Kanal
geführt. Von hier aus mussten die Hunde nun selbst eine, wenn möglich,
frische Spur aufnehmen. Im Wasser watend oder an der Uferböschung
entlang laufend, suchten die Hunde eine Fährte. W. V.d. Broek und
seine whipper ins unterstützten die Hunde mit Anfeuerungslauten wie
"Hiei", "jejeje" und vielen weiteren, ab und zu blies
Wiljan ins Jagdhorn. Er brauchte verschiedene Hornstösse dazu, jeder
hat seine Bedeutung, welche die Hunde genau kennen.
EinJunghund, der das erste mal mit auf die Jagd durfte, stöberte
ein Kaninchen auf. Sofort wollte 2 Hunde hinter her. Die whipper ins hielten
sie mit Zurufen und Geiseln, welche sie in der Luft zum Knallen brachten,
zurück. Die restlichen, erfahrenen Hunde beachteten diesen kleinen
Zwischenfall nicht. Schon nach kurzer Zeit fanden die Hunde einen Bau,
eine unterirdische Höhle einer Bisamratte. Mehrere Hunde stürtzten
sich darauf.

Foto A. van Wijck
Mit den Vorderpfoten scharrend und mit dem Fang ganze Erdbrocken herausreissend,
versuchten die Hunde an ihre Beute zu kommen. Zwischendurch wurde gebellt
und geheult, alle waren in Aufregung. Vom Wasser aus und vom Lande her
wurde mit langen Stöcken von der Jagdgesellschaft der Boden nach
Hohlräumen untersucht. So konnte man feststellen, wie lange die Gänge
der unterirdischen Bauten waren, ob für die Hunde eine Chance bestand,
die Beute aus dem Bau zu holen. Leider sind aber diese Gänge und
Höhlen meistens zu tief ins Erdreich gegraben, so auch bei diesem.
Die Suche nach einer Bisamratte ging weiter. Die meiste Zeit watete der
Master of Hound mit seinen Hunden im Wasser, immer wieder wurden auffällige
Löcher in der Böschung mit dem Stock geprüft. Die Hunde
liefen hin und her, manchmal überquerten
Foto A. van Wijck
sie schwimmend den Kanal um das andere Ufer auch ab zu suchen. An diesem
Tag fanden die Hunde mehrere Bauten, immer wieder versuchten sie mit viel
Ausdauer an ihre Beute heran zu kommen. Es entstanden zum Teil grosse
Löcher

an der Uferböschung. Jedoch waren die Bauten jedesmal zu tief im
Erdreich, so dass die Hunde keine Möglichkeit hatten, an ihre Beute
zu kommen. In ihrem Eifer wurde manchmal ein grosser Erdbrocken "tod"
geschüttelt

oder der Nachbar angeknurrt und vom Loch weggejagt. Nach über 2 Stunden,
als es bereits anfing zu dämmern wurde die Jagd, leider diesmal ohne
Beute, abgerochen. Mit einem langen Hornblasen wurde den Hunden das Ende
der Jagd signalisiert. Sobald sich die Hunde um den Master of Hound versammelt
hatten, ging es in geordneter Gruppe zurück zum Wagen.
Eine relativ ruhig verlaufene Jagd, ein schöner Tag in der Natur
mit vielen interessanten Eindrücken ging leider viel zu schnell zu
Ende!
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