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Der Zuchtstandard
besagt, dass der Otterhound freundlich, ungestüm, aber vom
Temperament her ausgeglichen sein sollte. Es sind grosse, zottige,
liebenswürdige Hunde mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein.
Im Gegensatz zu anderen Hunderassen verlangen sie nicht immer die
Aufmerksamkeit ihrer Besitzer, dies schon im zarten Welpenalter
(was auch schon ein paar Besitzer zur Verzweiflung getrieben hat).
Neugierig wie sie sind, sind sie schnell auf Entdeckungsreisen,
mit ihrer ausgesprochen feinen Nase wird sofort alles aufs genauste
untersucht, schnell wird er von verlockenden "Düften"
von seinem Herrchen weggelockt, alles muss erforscht werden. Wenn
andere Hunde miteinander herumtoben, lässt der Otterhound sich
meist nur kurz auf Spiele ein, bald wird es ihn langweilen und er
macht sich auf den Weg seine Umgebung auszukuntschaften. Als ausgesprochener
Meutehund ist der Otterhound aber auch mit entsprechenden Eigenschaften
versehen. Otterhounds sind unproblematisch im Umgang mit anderen
Hunden oder anderen Haustieren.
Die Hunde sind
nicht wählerisch, was das Futter betrifft. Sie fressen alles
und zwar sofort (was nicht jedem gut bekommt und manchmal zu einer
Magenentleerung durch den Tierarzt führt, dies durfte ich mit
meinen Hunden bereits 4 mal erfahren, (Schnellkomposter, Antibiotika,
Kerzen, Handy's usw..).

Sie versuchen immer
wieder ihren Kopf durchzusetzen, ohne diesen "Dickschädel"
würden sie in einer Meute nicht weiterkommen. Schnell treffen
sie gerne eigene Entscheidungen, merken bald wie sie sich Vorteile
verschaffen können. Einige Hounds neigen dazu Sofas und Betten
zu erobern und als ihr persönliches Eigentum zu betrachten,
schnell klettert der Otterhound dadurch in der Familienhirarchie
die Leiter empor und versucht, den Chef der "Meute" zu
spielen. Hier muss schon vom 1. Tag her deutlich Grenzen gesetzt
werden.
Sofern es für sie
geeignet erscheint, lernen Otterhounds erstaundlich schnell. Die
meisten mögen es aber nicht, das Erlernte immer wieder zu demonstrieren.
Ein, zwei mal und dann sollte doch der "Dosenöffner"
wissen, dass er es kann! Wenn sein "Übungsprogramm"
abwechslungsreich gestaltet wird ist der Otterhound mit Leib und
Seele beim Training dabei und führt das Gewünschte mit
Freude und Temperament aus. Sie lieben es wenn sie gefordert werden
solange es spielerisch und mit Spass gemacht wird. Mit Zwang erreichen
sie bei ihm absolut nichts!
Sie beherrschen und
"akzeptieren" auch die Körpersprache anderer Hunde.
Eine weitere Eigenschaft der Otterhounds besteht darin, dass sie
sich einen ganzen Tag ruhig verhalten können, nimmt man aber
ihr Spielzeug oder ihre Leine so sind sie sofort voll auf Touren.
Eine für manchen Halter problematische Seite dieser Hunde ist
der Hang zum Jagen, wozu der Hund über Generationen gezüchtet
wurde. Eine kleine Unaufmerksamkeit auf dem Spaziergang gibt dem
Otterhound die Möglichkeit blitzschnell im Unterholz zu verschwinden
um einige Zeit seiner Passion nachzugehen, der Jagd! Otterhounds
sind auf dem Spaziergang immer am Suchen, ihre Nase arbeitet die
ganze Zeit und es kommt nicht selten vor, dass ein Hund vor einem
Mausloch stehen bleibt und nur mit viel Überredungskunst dazu
bewegt werden kann nicht das halbe Gelände umzugraben. Ihre
Neugierde treibt sie auch dazu in jede" Röhre" zu
schauen, es könnte vielleicht ein Otter darin versteckt sein.
Egal welche Situation ein Otterhound antrifft, er kann sich sofort
anpassen und sich ohne Probleme darin bewegen. Sein enormes Temperament
und zuweilen seine Ungestümtheit kann er sehr gut kontrollieren
was ihn ausgezeichnet zu einem Kinderfreund und Hausgenossen macht.

Ich weiss dass
er dir nachgelaufen ist, aber wir können ihn nicht behalten!
Ich kenne
keinen Otterhound der nicht närrisch Kinder liebt. Sie lassen
mit enormer Geduld alles von ungeschickten Kinderhänden und
Füssen über sich ergehen. So wollte unsere damals einjährige
Tochter auf dem Hund sitzend, Xandra Knöpfe in die Ohren machen,
Xandra schlief in aller Ruhe weiter. Unsere Zuchthündin Caja
bringt unserer Tochter oft ein Spielzeug bleibt stehen, hält
es fest und freut sich wenn die Tochter zieht und schüttelt.
Manchmal legt sich unsere Tochter auf den Boden und lässt sich
von Caja langsam übers Parkett ziehen. Versteckspiele im Haus
und Garten finden die Drei auch toll und so fallen ihnen immer wieder
neue "Streiche" und Spiele ein.
Otterhounds
kann man durchaus auch mal alleine zu Hause lassen, wenn sie dies
gewohnt sind. Im Allgemeinen sollte man sie aber überallhin
mitnehmen. Als typischer Meutehund möchte er immer bei seinem
Rudel sein, egal ob dieses Rudel aus lauter Vier - oder Zweibeinern
besteht.
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